XYZittau Stadtmagazin
August 2017

xyzittau STARGAST
"Auf der Suche nach dem besonderem Klang"

Klavierstimmer Robert Kunkel hat das absolute Gehör und verleiht mit Leidenschaft und Können Instrumenten einen individuellen Klang.

Robert Kunkel Der Mann mit einem im wahrsten Sinne des Wortes „spannenden“ Beruf

Der 35-jährige Zittauer hat das absolute Gehör und verleiht mit Leidenschaft und Können Instrumenten einen individuellen Klang. Robert Kunkel spielt Violine, Gitarre und Klavier, erlernte den Beruf des Klavier- und Cembalobauers in Seifhennersdorf bei der C. Bechstein Pianofortefabrik, gewann schon während der Ausbildung den 1. Platz beim Stimmwettbewerb in Braunschweig bei Schimmel, arbeitete sechs Jahre als Konzert- und Klavierstimmer in Leipzig in einem sehr renommierten Klavierfachgeschäft und ist seit 2011 als selbstständiger Klavierstimmer und -bauer freiberuflich und sehr erfolgreich unterwegs.

Herr Kunkel, wie viele Klaviere stimmen Sie jährlich und wo stehen die Instrumente?

Bis zu 1000 Klaviere und Konzertflügel sind durchaus realistisch. Der größte Teil meiner Kunden lebt oder arbeitet in Sachsen, aber ich bin auch in Brandenburg unterwegs oder fahre auch mal acht Stunden nach Bayern zu einer besonderen Kundin. Jährlich komme ich so auf 35 bis 40 000 Kilometer.

Wie lange dauert es ein Klavier zu stimmen?

In der Regel plane ich ca. 90 Minuten ein, wenn keine Reparaturen nötig sind. Ein Klavier hat 85 oder 88 Töne und über 240 Saiten, die ich so lange intoniere, bis jeder einzelne Ton so stimmt, wie sich es meine Kunden vorstellen. Individuell. Es geht bei der Arbeit nicht nur um ein sauber gestimmtes Instrument, viel mehr habe ich Künstler in meinem Regiment, die den Einen, besonderen Klang suchen, welchen Sie bisher nur bei meiner Interpretation von Klangbild finden durften.

Ist es wahr, dass Sie beim Stimmen der Instrumente Gehörschutz tragen?

Ja, durchaus. Die Stöpsel lassen die entscheidenden Frequenzen zwischen 40 und 4000 Hertz in den Gehörgang durch. So kann ich besser hinter die Töne lauschen und Nebengeräusche stören weniger.


Klavierstimmer Robert Kunkel im Interview bei xyzittau

Was gehört zur Arbeitsausrüstung?

Das Grundwerkzeug habe ich in einer kleinen Tasche, dazu gehören Stimmgabel, Stimmhammer, Stimmkeile und -rechen. Mein Auto ist allerdings vollbeladen mit Werkzeugen und Ersatzteile, ein Piano besteht aus rund 6000 Teilen.


Können Ihre Kunden überhaupt einschätzen oder hören, ob Sie gut gearbeitet haben?

Berufsmusiker und Profis in Tonstudios hören das sehr wohl. Aber ich denke, 70 Prozent meiner Kunden wissen, leider, gar nicht so richtig, was ich tue. Sie vertrauen mir trotzdem ihr Instrument zwei bis dreimal im Jahr an. Das Stimmen eines Instrumentes ist Vertrauenssache. Sie werden als Klavierstimmer weiterempfohlen oder auch nicht. In der Branche läuft fast alles über Mundpropaganda.

Ihre prominentesten Kunden?

Ich durfte den Plexiglas - Konzertflügel von Udo Jürgens vor seinen Konzerten in Leipzig stimmen, das ist eine Weile her. Die Lausitzer Philharmonie, der MDR, die Hochschule für Film und Fernsehen mit den Babelsberger Filmstudios, Pianisten des Kabaretts "Academixer" oder der NDR-Philharmonie oder die Schauspielerin Melanie Marschke, Hauptdarstellerin in der Fernsehserie "Soko Leipzig" und so viele mehr gehören wohl zu meinen bekanntesten Kunden.

Wie lange dauert es bis man in diesem Beruf arbeiten kann?

Mein Lehrmeister hat mir immer wieder gesagt, ab dem 1000-ten gestimmten Instrument hast Du ungefähr eine Vorstellung davon, wie Du ein Instrument anfassen musst, dass es so reagiert, was Du es möchtest. Jedes Instrument ist anders, nicht nur von der Größe und Form, sondern auch vom Klang, von Spielart und Charakter. Erfahrung, aber auch Liebe gehört dazu, wie in anderen Berufen auch.



EUROPIANO
Februar 2017

Pianofabrik Max Donath | Robert Kunkel | EUROPIANO

Max Donath, Zittau

Im jetzigen Dreiländereck - an der süd-östlichsten Ecke von Sachsen, am Fuße des schönen Zittauer Gebirges, in der Nähe der Bechstein'schen Weltfirma – gab es in Zittau vor langer Zeit ein Geschäft, aber mit vier Firmen. Das erste Geschäft, die Pianofabrik, begann 1882 mit „F. Reinhold Flemming“. Zu Beginn des Jahres 1886 firmierte die Pianofabrik unter „Flemming & Melzner“. Am 5. Mai 1898 verstarb nach „langem schweren Leiden im 53. Lebensjahre“ der Pianofabrikant Reinhold Flemming. Als Teilhaber tritt 1900 „in das genannte Geschäft“ Herr Max Donath ein, „das vom 1. April ab Melzner & Donath firmiert“. Max Donath wurde am 11. Februar 1868 in Seifhennersdorf geboren. Die beiden Herren Melzner und Donath kauften ein größeres Grundstück (Lessingstraße 26), „um die Herstellung von Pianos in größerem Umfange zu betreiben. Das neue Fabrikgebäude ist mit allen Einrichtungen der Neuzeit, Dampfkraft, elektrischem Licht und vortheilhaftem Maschinen-Betrieb versehen und noch erweiterungsfähig“. 1902 fand die „Oberlausitzer Gewerbe- und Industrie-Ausstellung“ in Zittau statt. „Ein automatisches Pianino hat auch die rührige Zittauer Pianofortefabrik […] ausgestellt […]. Dieses elektrische Instrument – Heilbrunn‘s selbstspielendes Pianino, deutsches Reichsgesetz-Muster und Patent – arbeitet selbstthätig nach pneumatischem Saugsystem und wird getrieben durch einen Akkumulator, der auch die Beleuchtung versorgt. Es besitzt einen Temporegulator und Notenrollen bis zu 30 m Länge. Das Instrument kann gleichwohl jederzeit als Pianino gespielt werden, bei elektrischem Antrieb gehen die Tasten der Klaviatur mit. Der Apparat funktionirt bei einfacher Bedienung tadellos, der Notenrücklauf wirkt selbstthätig, und ein reich ausgestattetes Nußbaumgehäuse vervollkommnet dieses 1700 Mk. kostende Pianino. Von eigenen Fabrikaten hat die Firma acht Pianinos in der Preislage von 600 – 1100 Mk. ausgestellt. […] Alle Instrumente zeichnen sich durch elastische Spielart, Wohlklang und gute Stimmung aus und lassen, wie Berichterstatter im Gegensatz zu manch anderem Instrumente aus Erfahrung weiß, diese Vorzüge noch nach Jahren erkennen: sie halten, was sie versprechen. Möchte auch diese aufstrebende Firma allenthalben die gebührende Annerkennung durch reichliche Aufträge finden“.
„... sie halten, was sie versprechen...“ - aber wie lange? Erfahrungen aus späterer Zeit sagen etwas anderes.
Die Firma wurde geehrt mit einem „Diplom zur goldenen Ausstellungsmedaille“.

Im gleichen Jahr ging die bestehende Firma „Melzner & Donath“ durch Kauf „in den alleinigen Besitz des bisherigen Mitarbeiters Herrn Max Donath“ über. „Herr Donath, welcher nach Gründung des genannten Geschäftes bei den Herren Flemming & Melzner das Fach gründlich erlernte, hat dann in ersten und angesehenen Pianoforte-Fabriken Deutschlands, wie Bechstein-Berlin, H. Kohl-Hamburg, Mayer & Co.-München, E. Kaps-Dresden gearbeitet. Er dürfte also in der Lage sein, den guten Ruf, dessen sich die Erzeugnisse der Firma Melzner & Donath erfreuen, zu erhalten und weiter zu befestigen“.

1907 feierte die Firma ihr „25jähriges Bestehen“. Bei allen vier Firmen wurde das Gründungsdatum mit 1882 angegeben. Bei jeder Neufirmierung übernahm die neue Firma die bisherigen Firmenrechte.

Aus der Zeit vor und nach dem Ersten Weltkrieg fand ich keine Nachweise.

Zu Max Donath gesellte sich sein Sohn Walter Donath. Im Handelsregister wurde 1923 eingetragen: „Dem Kaufmann und Klavierbauer Walter Donath wurde Einzelprokura erteilt. Zur alleinigen Vertretung der Firma sind demnach die Herren Max Donath (Inhaber) und Walter Donath berechtigt. - Im Anschluß hieran sei noch bemerkt, daß die Firma in der Fabrikation jetzt bei der Nummer 5.000 angelangt ist. Umfangreiche Lager in allen Bestandteilen und ausgesuchte Holzpflege bürgen für die Güte der Instrumente“.

Anfang der Zwanzigerjahre wurden scheinbar die Mitarbeiter knapp. Gesucht wurden „Zusammensetzer, zugleich Vorstimmer“, „Guter Stimmer, der auch zusammensetzen kann, bei hohem Akkordverdienst“, „Ausarbeiter und Vorstimmer, möglichst unverheiratet“.

Am 25. Januar 1935 starb Max Donath, sein Sohn Walter übernahm die Firma bis zur letzten Erwähnung der Firma in der Zeitschrift für Instrumentenbau 1939.

Aus der Zeit um 1930 liegen mir einige persönliche Schreiben im Zusammenhang mit der Firma vor. Zum Beispiel: Ein eigenartiges Schreiben richtete 1930 Max Donath persönlich an Fräulein NN in Zittau. Die Dame besichtigte den Ausstellungsraum, Herr Donath aber hatte die Vermutung, „... dass Sie sich im Auftrag oder Interesse einer Konkurrenzfirma bei mir nach einem Pianino erkundigte, ohne gegenwärtig selbst großes Interesse an der Anschaffung eines solchen zu haben“. Er bat die Dame, soweit sie wirkliches Kaufinteresse habe, seine „Fabrikate in die engere Wahl zu ziehen, damit Sie sich von der überragenden Leistungsfähigkeit meiner Firma überzeugen können.

Sie werden finden, dass Sie, wenn Sie bei den verschiedenen Preisklassen die von mir gebotenen Qualitäten vergleichen, mir kaum ein gleichgünstiges Angebot werden nachweisen können. […] Mit der Versicherung meiner vorzüglichen Bedienung und besten fachmännischen Beratung empfehle ich mich Ihnen hochachtungsvoll Max Donath“ (persönlich unterschrieben)

Ein Klavierstimmer wollte ein Donath-Klavier bei einem Herrn Doktor in Zittau stimmen, jedoch: „Die Stimmung ließ sich aber nicht ausführen, da das Instrument eine Stimmung überhaupt nicht mehr hielt, denn die Wirbel konnte man, wie man sagt, mit den Fingern drehen. Das Instrument ist etwa 6 Jahr alt und hat immer auf einer Stelle in einem gleichmäßig geheizten Zimmer gestanden (Ofenheizung). Der Besitzer ist natürlich unglücklich und seine Mutter machte die Bemerkung: ‚Na ja, hättest du nur dein altes Instrument behalten. Ich habe es ja gleich gesagt, daß das nichts ist‘. Das ist der zweite Fall in kurzer Zeit, daß erst einige Jahre alte Donath-Pianos, die hier mit viel Reklame angepriesen werden, keine Stimmung halten und neu bewirbelt werden müssen. Außerdem ist die Verdoppelung des Baßsteges losgeleimt und der Baßsteg ist gesprungen“. Dieser Bericht stammt aus dem Jahre 1932, ist aber nicht der Einzige: „Herr NN wollte evtl. sein altes Förster-Piano gegen ein neues Donath-Piano umtauschen. Es wäre aber nicht zu machen gewesen, denn das Donath-Piano habe ihm im Klang nicht gefallen (er sagte wörtlich: es klänge so dumpf und blechern wie ein Schorb), so daß er sein Instrument behalten habe. Förster sei eben doch nicht zu erreichen. Zittau, den 18. April 1932“.

Der Klavierstimmer vermerkte vier Tage später: „Bei NN mußten ebenfalls neue Wirbel eingezogen werden, da das Instrument keine Stimmung hielt“. Ein paar Monate später: „Vor etwa anderthalb Jahren kaufte Herr Oberpostsekretär NN ein Donath-Piano. Das Instrument sollte angeblich etwas gebraucht sein und wurde daher zu einem Vorzugspreise abgegeben. Etwa nach einem halben Jahre stellte sich jedoch heraus, daß das Instrument keine Stimmung hielt. Herr NN beauftragte einen fremden Techniker mit der Stimmung des Instrumentes, dieser erklärte jedoch, daß er es wohl stimmen könne, doch müßte er bedauernd sagen, daß diese Stimmung wahrscheinlich nur ganz kurze Zeit halten würden. Es sei mit diesem Instrument nichts zu machen“. Herr NN beauftragte die Lieferfirma – mit gleichem Ergebnis. „Nach viel Ärger und verschiedenen Verhandlungen machte die Firma Donath Herrn NN den Vorschlag, daß sie das Instrument gegen Tausch eines neuen unter Zuzahlung von etwa RM 100.-- zurücknehmen wolle. Der Umtausch ist inzwischen erfolgt“.

Die Firma beschäftigte sich u.a. auch mit der Frage: Was tun, wenn die Platte einen Sprung hat? Max Donath sammelte seine Erfahrungen, hielt sie fest und viele Jahre später wurde im EP 1964/1, S. 13 ein Bericht von Oberstudienrat Karl Jung veröffentlicht:

„III. Das Schweißen von Platten a) Beste Art, von Klavierbaumeister Walter Donath, Zittau/Sachsen, angegeben: „Ich habe an vielen Eisenplatten der verschiedensten Firmen Schweißungen vornehmen lassen und meistens gute Erfolge erzielt. Es handelte sich mitunter um ziemlich schwierige Sprünge. Die Schweißungen lasse ich ausschließlich autogen vornehmen. (Mit zwei elektrisch geschweißten Platten habe ich vor drei Jahren schlimme Erfahrungen gemacht. Die Platten zersprangen beide beim Beziehen ziemlich gleichartig an drei verschiedenen Stellen.) Ich habe diese Platten anschließend in eine Spezialschweißerei nach Dresden gesandt, wo sie vor dem Schweißen in Spezialöfen auf mehrere 100° erhitzt und in diesem Zustande angeblich spannungsfrei geschweißt worden sind. Da solche Einrichtungen bei hiesigen Firmen fehlen, behelfen sich die hiesigen Schweißer mitunter damit, daß sie große Flächen der Platte mit dem Schweißapparat erhitzen und damit annähernd die gleiche Wirkung erzielen wie mit dem oben geschilderten Ofen. Es gehören natürlich Erfahrungen dazu, wo und in welchem Umfange die Erhitzung angesetzt werden muß. Die beiden oben bezeichneten Platten haben nach der zweiten Schweißung gehalten."

Wappen Donath

Kürzlich bekam ich den Auftrag, ein „Donath-Klavier“ zu stimmen.

Eigentlich kein Problem, die letzte Stimmung erfolgte vor 6 Jahren – aber: Seriennummer 2.874, geschätztes Herstellungsjahr: 1911.

Nun – die Mechanik und Klaviatur zeigten nach ihrer Seriennummer auf das Herstellungsjahr 1929/30 hin.
Bekannt ist ja, siehe oben, dass die Donath‘sche Seriennummer 5.000 im Jahr 1923 hergestellt wurde.


Dieses Instrument hat ein Wappen in der Gussplatte.


Wappen Donath

Meine Freude über das gefundene Wappen war groß, hielt aber nur kurze Zeit an.

Denn die Buchstaben sind dem Max Donath nicht zuzuordnen. Wem dann? An der Tastenklappe fand sich schließlich der kleine Hinweis: „Verkauft durch Max Donath“.



Wappen Donath

Also kein Produkt von Max Donath? Wessen Produkt nun?
Nach seinen zahlreichen Anzeigen und Reklamen verkaufte er auch Instrumente anderer Hersteller, nicht nur die in seinen Anzeigen genannten. Ich wandte mich an den Zittauer Klavierbauer Robert Kunkel, er betreut einige Donath-Klaviere. Auf der Suche nach originalen Wappen bei in Reichweite stehenden Instrumenten wurde er schließlich fündig.


Wappen Donath

Es ist diesmal von M. Donath - oder?

In einem anderen Donath-Klavier fand er ein Ornament.


Doch mit diesem Allerwelts-Ornament ist M. Donath nicht zu identifizieren. An dieser Stelle mein Dank an Herrn Kunkel für seine Zuarbeit! Er scheute weder Zeit noch Mühe, das Donath‘sche Wappengeheimnis zu lüften, doch es wird im Dunkel bleiben. Dem Zittauer Stadtarchiv sind nur äußerst wenige Details von M. Donath bekannt. (Trotzdem auch hier vielen Dank für das Nachforschen!)


Meine Idee, postum könnte der
Firma Max Donath ein
eindeutigeres Wappen verliehen werden:

Wappen Donath

Mein Kunde ist natürlich mit seinem Zittauer Instrument zufrieden, auch wenn der wirkliche Hersteller nicht zu ermitteln ist.


Dieter Gocht & Robert Kunkel



Görlitzer Anzeiger
28.09.2012

Der Service für den guten Klang


Robert Kunkel aus Zittau stimmt, intoniert und repariert Klaviere und Flügel in ganz Sachsen und darüber hinaus.

Zittau. Auf den 30. September 2012 freut sich der Konzertstimmer und Klaviertechniker Robert Kunkel aus Zittau ganz besonders:
Dann findet im Gerhart-Hauptmann-Theater in seiner Heimatstadt eines der Eröffnungskonzerte zur 22. Schülerbegegnung Musik &
Kunst statt. „Diese jährliche Begegnung von Schülern aus Sachsen und Baden-Württemberg ist eine großartige Sache“, schwärmt
Kunkel, „Musik und Kunst sind das Medium, das die jungen Leute offen aufeinander zu gehen und neue Ideen entwickeln lässt.“
Das ist für ihn Grund genug, sich als Sponsor für das Projekt zu engagieren.

Robert Kunkel ist der Fachmann für Klaviere und Konzertflügel

Vor jedem Konzert, das im Rahmen der Schülerbegegnung im Christian-Weise-Gymnasium, im Theater Zittau, in der Christian-Weise-
Bibliothek oder im Bürgersaal des Rathauses stattfindet, stimmt Robert Kunkel die Instrumente und stellt seine filigrane Arbeit für
diese Reihe kostenfrei zur Verfügung.

Auch jenen Konzertflügel des Theaters, der zum Eröffnungskonzert erklingen wird, stimmt der erfahrene Intonateur unmittelbar vor
Beginn. „Das Gerhart-Hauptmann-Theater Zittau/Görlitz mit seinen großen Konzertflügeln gehört zu meinen wichtigen Auftraggebern
vor Ort“, berichtet Kunkel, der oft zu vielen weiteren Kunden in der Oberlausitz und in ganz Sachsen unterwegs ist.

Eine Aufgabe, die ihm sichtlich Spaß macht - und in Verbindung mit seinem hohen Qualitätsanspruch Erfolg beschert, wovon nicht nur
Kunkels Erstplatzierung im Stimmwettbewerb 2001 bei der Firma Schimmel in Braunschweig zeugt.

Auch die Kunden spüren, dass hier einer mit Leidenschaft am Werk ist, ganz gleich, ob es „nur“ um eine Stimmung geht, ob die
Akustik insgesamt verfeinert werden soll oder ein Instrument repariert, reguliert oder generalüberholt werden muss.

Die aus seiner Arbeit resultierende Anerkennung und der Erfolg kommen nicht von ungefähr: Neben der soliden Ausbildung und
seiner Berufserfahrung - Kunkel hat sein Handwerk als Klavier- und Cembalobauer einst in der Klaviermanufaktur C. Bechstein
Pianoforte Fabrik erlernt und arbeitet seit etlichen Jahren für das renommierte Klavier- und Flügelfachgeschäft Piano Centrum
Leipzig - dürfte seine achtjährige klassische Ausbildung im Fachbereich Violine das Gehör ganz besonders geschult haben.

+ + + Externer Link: Zeitungsartikel „Der Service für den guten Klang“ - Sponsoring „Jugend musiziert“ + + +




Oberlausitz Kurier - Ausgabe ZITTAU
Oberlausitz Kurier - Ausgabe LÖBAU
26.11.2011
10.12.2011

Feinmechaniker sorgt für den richtigen Ton


Klavierstimmer Kunkel bei der Arbeit

Im Monat Dezember muss Robert Kunkel ganz schön die Ärmel hochkrempeln. Der Konzertstimmer und -techniker

betreut und überwacht allein im Gerhart-Hauptmann-Theater Zittau sieben Weihnachtskonzerte und fünf Schauspiele,
damit die großen Konzertflügel der verschiedenen Markenfirmen zu den Veranstaltungen richtig klingen und die
kulturellen Höhepunkte für die Besucher zum Erlebnis werden.

Der 29-Jährige öffnet den Flügel in Form des Deckels und blickt ins Innenleben mit den vielen Stimmnägeln und Saiten.
Robert Kunkel prüft dabei klassisch mit Stimmgabel und Stimmhammer und "meinem ganz eigenen guten Gehör" die
einzelnen Töne. "Jedes Instrument lässt sich anders bearbeiten. Ich kann sehr viel an der Akustik machen", sagt er.
Zwei Stunden vor jedem Konzert beginnt Robert Kunkel mit seiner filigranen Arbeit im Gerhart-Hauptmann Theater.
Denn: "Jeder Künstler beansprucht die Instrumente unterschiedlich. Die Pianisten möchten auf einem absolut reinen
und vor jeder Vorstellung frisch gestimmten Konzertflügel spielen."

Denn je nach Alter und Gegebenheit kann sich das Instrument sehr schnell verstimmen. Der 29-Jährige muss immer
wieder mal noch kleine Feinheiten bearbeiten und sich auf die individuellen Wünsche und Ansprüche der Pianisten
einstellen. Robert Kunkel kann dabei aufgrund seiner Erfahrungen aus einer Vielzahl von Instrumenten verschiedener
Fabrikate Kniffe und Tricks anwenden – bis die Töne richtig sitzen.

Der Feinmechaniker muss die Konzerte zwar nicht selbst überwachen: "Ich mache das aber, weil ich es schöner finde,
wenn sich ein Pianist in Sicherheit wiegen kann. Wenn vielleicht mal ein Ton ,herunterrutscht', kann ich zur Pause noch
eingreifen." In der Regel bleiben ihm in so einem Fall 25 Minuten auf der Bühne Zeit. Die Zuschauer staunen dann und
hören ihm bei seinem "Arbeitseinsatz" zu. "Es muss natürlich jeder Handgriff sitzen, damit schnell wieder alles seine
Ordnung hat", sagt er. Robert Kunkel arbeitet schon mehrere Jahre in dieser Branche. Für ein renommiertes Fachgeschäft im
Piano Centrum Leipzig hat der 29-Jährige für viele namhafte Institutionen wie zum Beispiel den MDR gearbeitet und
dort auch prominente Künstler bedient. "Ich habe zum Beispiel die Konzertflügel für Schlagersänger Udo Jürgens
und Robert Werner, einen sehr bekannten Pianisten aus Wien, gestimmt", berichtet er.

Nach Zittau ist Robert Kunkel wieder zurückgekehrt, "weil ich am Theater eingesprungen bin, wenn kein anderer
Konzertstimmer aus dieser Gegend diese Arbeit übernehmen konnte." Und kann er denn selbst ein Ständchen am
Konzertflügel spielen? "Ein Pianist bin ich nicht. Es ist aber so, dass ich auf vielen Insrumenten spiele, um zu
kontrollieren und zu prüfen, weil es meine Arbeit ist", antwortet er.

STEFFEN LINKE

+ + + Externer Link: Zeitungsartikel „Feinmechaniker sorgt für den richtigen Ton“ + + +

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